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Ratgeber

Software entwickeln lassen: Festpreis, Stundensatz oder Abo — was kostet dich was?

Du hast dich entschieden, eine eigene Lösung bauen zu lassen statt ein fertiges Tool zu nehmen. Bleibt die Frage, die über den Preis und über böse Überraschungen entscheidet: nach welchem Modell zahlst du? Hier die drei Wege ehrlich nebeneinander.

Wenn noch nicht klar ist, ob eine Eigenentwicklung überhaupt der richtige Weg ist, lies zuerst Bauen lassen oder fertiges Tool kaufen. Hier geht es um den Schritt danach: Du willst etwas Eigenes — und die Art, wie du dafür zahlst, macht einen größeren Unterschied, als die meisten ahnen.

Modell 1: Werkvertrag zum Festpreis

Du beschreibst, was du brauchst, bekommst ein Angebot zum Festpreis und zahlst einmal. Danach kann die Software dir gehören — wenn der Vertrag das hergibt. Klingt sauber, und in einem Fall ist es das auch:

  • Wenn du den Code wirklich besitzen musst — aus rechtlichen Gründen, weil du ihn weiterverkaufen oder selbst weiterentwickeln willst.
  • Wenn der Umfang von Anfang bis Ende glasklar und unstrittig feststeht.

Eine wichtige Einschränkung vorweg, die viele übersehen: „Dir gehört die Software" steht und fällt mit dem Vertrag. Das Urheberrecht am Code bleibt rechtlich immer beim Entwickler — du bekommst nur die Nutzungsrechte, die schwarz auf weiß vereinbart sind. Achte deshalb darauf, dass dir der Vertrag die Herausgabe des Quellcodes und das Recht, ihn zu ändern und weiterzugeben, ausdrücklich zusichert. Ohne diese Klauseln hältst du am Ende vielleicht nur ein fertiges Programm in der Hand, aber nicht den Code dahinter.

Der Haken steckt im Wort „Festpreis": Niemand kann Softwareaufwand exakt vorhersagen, also wird großzügig geschätzt — der Puffer schützt den Anbieter, nicht dich. Wird es schneller fertig, zahlst du trotzdem die Schätzung.

Und nach der Übergabe? Software ist nie fertig — sie braucht Updates, Sicherheitspatches, Anpassungen. Dafür gibt es meist einen separaten Support- oder Wartungsvertrag, oft eine monatliche oder jährliche Pauschale zusätzlich zum Kaufpreis. Den solltest du von Anfang an mit einrechnen: Der einmalige Festpreis ist selten das Ende der Kosten. Ohne so einen Vertrag ist jede spätere Änderung ein neues Angebot und eine neue Verhandlung.

Modell 2: Abrechnung nach Stundensatz

Hier zahlst du die tatsächlich geleisteten Stunden. Fairer, wenn der Umfang unklar ist — aber mit einem strukturellen Problem, das du kennen solltest: Wenn der Aufwand die Rechnung bestimmt, zahlst du jede Ineffizienz mit. Was in zwei Tagen machbar wäre, kann als „zwei Wochen" abgerechnet werden, und du als Laie kannst es nicht prüfen. Das muss kein böser Wille sein — es liegt im Modell: Schnelligkeit und Sorgfalt werden hier nicht belohnt, sondern kosten den Anbieter Umsatz.

Modell 3: Du abonnierst das Ergebnis

Mein Weg ist ein dritter: Du zahlst weder eine geschätzte Aufwandssumme noch gezählte Stunden, sondern einen festen Monatspreis für eine laufende, funktionierende Lösung. Damit dreht sich die Anreizstruktur um — du zahlst für ein gelöstes Problem, nicht für Aufwand. Ob ich zwei Tage oder zwei Wochen brauche, ist mein Risiko, nicht deins. Und weil du jederzeit kündigen kannst, ist es mein Antrieb, dass es dauerhaft gut läuft, statt nach der Übergabe zu verstummen. Wie das genau abläuft und was es kostet →

Der ehrliche Nachteil meines Modells

Fairerweise: Bei mir gehört dir der Code nicht. Du nutzt eine laufende Lösung, die ich betreibe. Deine Daten gehören immer dir und bekommst du bei Kündigung sauber exportiert — aber den Quellcode bekommst du nicht.

Das hat eine echte Konsequenz, die für den Werkvertrag spricht: Wer den Code besitzt, ist unabhängig vom Anbieter. Bist du mit deinem Entwickler unzufrieden, kannst du den Code nehmen und zu einem anderen IT-Unternehmen gehen, das ihn weiter wartet und ausbaut. Diese Freiheit hast du bei mir nicht — verlässt du mich, läuft die Lösung nicht ohne mich weiter.

Zwei Dinge dazu, ehrlich eingeordnet. Erstens: Ist der Code schlecht dokumentiert, kann ein neuer Anbieter ihn lieber neu bauen wollen, als ihn zu übernehmen — der Wechsel ist dann seltener so reibungslos, wie der Code-Besitz verspricht. Bei sauber gepflegtem Code ist die Übernahme dagegen ein ganz normales Geschäft. Zweitens: Meine Antwort auf dasselbe Risiko ist eine andere — du kannst jederzeit kündigen, also muss ich gut bleiben, statt dich an einen übergebenen Stand zu binden. Aber wenn die Unabhängigkeit durch Eigentum dir wichtiger ist als diese laufende Verantwortung, dann ist der Werkvertrag der richtige Weg für dich — nicht ich.

Welches Modell passt dir?

Kurz gefasst: Code-Eigentum oder Unabhängigkeit vom Anbieter zwingend nötig? Werkvertrag — und gleich den Wartungsvertrag mitverhandeln. Umfang völlig unklar und du willst nur ausprobieren? Stundensatz kann passen, aber mit wachem Auge. Du willst einfach, dass dein Problem dauerhaft gelöst ist und planbar bleibt, ohne nach der Übergabe allein dazustehen? Dann ist das Abo gemacht für dich.

Und keine Sorge, dass du das technisch beurteilen können musst: Du sagst mir, was gelöst sein soll — welches Modell dich am wenigsten kostet, ordne ich ehrlich für dich ein, auch wenn die Antwort lautet, dass ein anderer Weg besser zu dir passt.